Elektronische Musik aus imaginären Welten
Jede Veröffentlichung ist als vollständiges narratives Werk gedacht — eine Reise durch Landschaften, die nur in Klang und Vorstellung existieren.
Die musikalische Sprache ist tief in der europäischen Elektronik der 1970er- und 1980er-Jahre verwurzelt: in den sich langsam entfaltenden Klangschichten der Berliner Schule, den eleganten Melodien von NOVA und der kosmischen Weite eines Klaus Schulze.
Ich kann keine Noten lesen, habe aber eine sehr klare innere Vorstellung davon, wie ein Stück klingen muss. Meine Arbeit bewegt sich zwischen traditioneller Synthesizer-Komposition, live eingespielten Instrumenten und KI-gestützter Produktion – wobei der menschliche Anteil mit jeder Veröffentlichung weiter zunimmt.
Erste Klangideen und kompositorische Skizzen entstehen auf einem Yamaha CS-01, einem kleinen analogen Synthesizer aus dem Jahr 1982, mit dem Software-Synthesizer Vaporizer2 sowie am Arturia KeyLab Essential in Verbindung mit Analog Lab Pro, einer sorgfältig zusammengestellten Sammlung von Emulationen klassischer analoger und digitaler Synthesizer. An ausgewählten Stellen kommt eine live eingespielte E-Gitarre vom Typ Yamaha Pacifica hinzu, aufgenommen über ein Focusrite Scarlett 2i2 Audio-Interface. Sie bildet die einzige unmittelbar von Hand gespielte musikalische Ebene in einem ansonsten vollständig elektronischen Werk. Einzelne Spuren werden zunächst in Audacity erprobt und verfeinert, bevor in Ableton Live alles zur endgültigen Produktion und zum Arrangement zusammengeführt wird. Dahinter stehen viele Stunden des Hörens, Spielens und Überarbeitens – immer auf der Suche nach genau jener Klangfarbe, die das Stück braucht.
Über die Instrumente selbst hinaus entwickle ich eigene Python-Skripte für die Audiobearbeitung – etwa zur Trennung einzelner Spuren, zur Signalanalyse und für individuelle Klangtransformationen, mit denen sich KI-basiertes Material in meine eigenen Kompositionen integrieren lässt. Auch diese technische Ebene ist ein wesentlicher Teil davon, wie ein Stück nach und nach seine endgültige Form annimmt.
Für bestimmte Elemente – etwa orchestrale Begleitungen, Streicherpassagen oder ergänzende Klangflächen – nutze ich Amuse mit ACE-Step v1.5 XL Turbo, um musikalische Sequenzen und kompositorische Fragmente zu erzeugen. Diese werden anschliessend am KeyLab Essential weiterbearbeitet, angepasst und verfeinert und schliesslich in Ableton Live so lange in das Arrangement integriert, bis sie sich stimmig in das Gesamtwerk einfügen.
Das Sounddesign – von Umgebungsgeräuschen und maschinellen Klängen bis hin zu atmosphärischen Ebenen – entsteht mithilfe der ElevenLabs Sound Generation API und einer eigens entwickelten Python-Pipeline. Wo ein Stück eine menschliche Stimme verlangt, nutze ich ElevenLabs Voice Cloning zunächst zur Erzeugung einer unbearbeiteten Gesangsspur. Diese wird anschliessend mit verschiedenen Werkzeugen zur Stimmbearbeitung so lange verändert und verfeinert, bis ihr Charakter sowohl zur Musik als auch zum visuellen Porträt der erzählenden Figur passt. Die Stimme, die am Ende beim Publikum ankommt, trägt somit deutlich meine eigene gestalterische Handschrift. Die begleitenden Bilder zu den einzelnen Stücken entstehen mit DALL·E.
Einige Stücke enthalten reale Aufnahmen aus den Tiefen des Alls – hörbar gemachte Messdaten des Plasma Wave Subsystems der NASA-Sonde Voyager. Sie machen die tatsächlichen Schwingungen des interstellaren Mediums hörbar, die von den Voyager-Sonden nach dem Durchqueren der Heliopause aufgezeichnet wurden. Wenn die Erzählung verlangt, dass die Leere selbst zu Wort kommt, lasse ich die wirkliche Leere sprechen.
Bei früheren Veröffentlichungen diente MusicGPT noch als wichtigste KI-gestützte Grundlage. Mit der Zeit verlagerte sich meine Arbeitsweise jedoch zunehmend auf lokal betriebene Werkzeuge – und, noch wichtiger, auf einen immer grösseren eigenen gestalterischen und handwerklichen Anteil. Mit jedem Album ist dieser menschliche Anteil gewachsen: durch live eingespielte Instrumente, selbst entwickelte Skripte, sorgfältige Produktion sowie viele Stunden des Mischens und Masterings in Ableton Live. Die KI ist dabei vom Mitgestalter zum hilfreichen Werkzeug geworden.
Jedes Stück entsteht aus unterschiedlichen Quellen: aus den Tasten unter meinen Fingern, aus den Saiten, die ich selbst spiele, aus Sequenzen, die ich immer wieder geformt und überarbeitet habe, und aus realen Aufnahmen aus dem All. In Ableton Live füge ich all diese Elemente zu einer gemeinsamen musikalischen Stimme zusammen.Die künstlerische Vision, die Erzählung, die kompositorischen Entscheidungen und die endgültige Auswahl liegen vollständig bei mir. Die KI ist ein Werkzeug. Die Vision ist meine.
Derzeit arbeite ich an einer Trilogie – einer stillen Hommage an den Geist der 1960er- und 1970er-Jahre, an Pioneer, Mariner und Voyager und an jene Zeit, in der die Menschheit noch voller Staunen zu den Sternen blickte, bevor sie den Blick nach innen wandte und sich in ihren eigenen Konflikten verlor.
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Im Januar 2026 hat Bandcamp eine Richtlinie eingeführt, die Musik verbietet, die "ganz oder in erheblichem Umfang" mit KI-Werkzeugen erstellt wurde. Obwohl meine Arbeit substanzielle menschliche Komposition, Kuration und konzeptionelle Entwicklung umfasst — Skizzen auf Hardware-Synthesizern, eigene Audio-Verarbeitungs-Skripte, narrative Gestaltung und ausführliche manuelle Produktion in Ableton Live — unterscheidet die Richtlinie nicht zwischen Künstlern, die KI als eines von vielen Werkzeugen einsetzen, und jenen, die KI komplette Tracks auf Abruf generieren lassen.
Aus Respekt vor Bandcamps redaktioneller Ausrichtung und um ehrlich mit meinem hybriden Arbeitsprozess umzugehen, habe ich mich entschieden, meine Werke von der Plattform zu entfernen.
Den vollständigen Katalog und alle zukünftigen Veröffentlichungen findet ihr auf YouTube. Die Trilogie geht weiter.